
Das Erholungsgebiet „Hitdorfer Seen“, ein Teilbereich des „Grünen Fächers Leverkusen“, ist als industrielle Folgelandschaft geprägt durch ein heterogenes Mosaik aus unterschiedlichen Landschaften und Nutzungen. Auf wenigen Quadratkilometern liegen in unmittelbarer Nachbarschaft Gewerbe- und Wohngebiete, Kleingarten- und Sportanlagen, landwirtschaftliche Nutz- und Brachflächen, Auskiesungsseen mit unterschiedlichen Uferprofilen und -gestaltungen sowie die Wald- und Wasserflächen des LSG „In den Dehlen“. Dementsprechend sind in diesen Landschaften zahlreiche Funktionen des täglichen Lebens (Wohnen, Arbeiten, Freizeit) vorhanden. Die geplante Laufroute bietet die Chance dieses Landschaftsmosaik durch gestaltete öffentliche Wege zu einem wahrnehmbaren Landschaftsraum weiter zu entwickeln. Der Weg als „Benutzeroberfläche“ der Landschaft wird zu klar erkennbaren Typologien heraus gearbeitet. Mit einfachen landschaftsarchitektonischen Mitteln wie Wegbelägen, Sichtachsen und Baumpflanzungen werden die vorhandenen Qualitäten sichtbar.
Die Haupt-Laufstrecke hat eine Länge von 3,4 km und verläuft unmittelbar um den Hitdorfer See und Stöckenbergsee. Durch eine Erweiterung auf land- und forstwirtschaftlichen Wegen kann der Läufer die Strecke auf 4,7 km verlängern, durch eine Abkürzung ist eine Reduzierung der Strecke auf 1,7 km möglich. Die Strecke verläuft ausnahmslos auf vorhandenen städtischen Wegen. Sie werden Instand gesetzt und aufgewertet. Die Oberfläche wird als wassergebundene Wegedecke wieder hergestellt bzw. ausgebessert. Sie ist vom Material her besonders geeignet für gesundheitsorientierte Läufer und Walker. Die Laufroute hat unterschiedliche Teilabschnitte entlang der vorhandenen Wasser- und Waldränder. Diese Abschnitte ermöglichen sowohl ein vielfältiges Landschaftserleben wie auch angenehme Laufbedingungen. Die Wegabschnitte werden durch unterschiedliche Wegbreiten (Wirtschaftswege = 3,00 m; Wald- und Seewege = 1,20 m), Wegmarken im 200-Meter-Abstand, rhythmisierte Sichtachsen sowie Baumpflanzungen an wichtigen Orientierungspunkten gestaltet. Die Laufroute zieht ihre Qualität in erster Linie aus ihrer Nähe zu den Seen. Um dies Qualität zu stärken, sollten Sichtbezüge zum Wasser hergestellt werden. Hierfür werden Sichtachsen freigeschnitten und mit einer flächigen Bepflanzung aus Rosa nitida markiert. Der niedrige Wuchs ermöglicht einen Blick auf das Wasser und verhindert gleichzeitig das Betreten der Uferböschung.
Im 200m-Raster begleiten Markierungssteine den Weg im Uhrzeigersinn um die Seen herum. Die 0-Meter-Marke befindet sich auf dem Startplatz am Hitdorfer See. Die Wegmarken bestehen aus einem Naturstein-Tiefbord (Granit, 15x12x60 cm, Oberfläche geschliffen, Kanten gefast), in die die jeweilige Streckenlänge und eine Skala eingraviert sind. Sie sind ebenerdig und parallel zur Laufrichtung in die Wegmitte eingebaut, so dass sie immer sichtbar sind und nicht von der Vegetation überwuchert werden bzw. auf einen Träger (Mast etc.) angewiesen sind. Neben dieser Wege-Längen-Markierung erfolgt an den Orten, an denen sich die Laufrichtung ändert eine Laufrichtungs-Markierung in Form eines die Laufrichtung anzeigenden abgewinkelten Tiefbordes. Darüber hinaus werden diese Orte mit einer solitären Baumpflanzung (Acer campestre ) dreidimensional im Landschaftsraum markiert. Die Abzweigungen zur Abkürzung bzw. Erweiterung wird ebenfalls durch abgewinkelte Naturstein-Tiefborde markiert. Auf der Erweiterungsstrecke werden die Abstände zwischen den Längenmarkierungssteinen verringert (400m Abstand). Aufgrund der Landwirtschaftlichen Nutzung können die Steine nicht in der Mitte des Weges eingebaut werden, sondern verlagern sich in das seitliche Bankett. Hier wird ein kleine Aufweitung mit wassergebundener Wegedecke hergestellt und die Steine mittig eingebaut.
Im Bereich des „Strandgut“ entsteht ein Startplatz mit Bänken und einer Informationssäule als Treffpunkt für Walking- und Jogginggruppen. In der Materialität ist der Platz als wassergebundene Wegedecke mit einer Einfassung aus Betonsteinen als Rollschicht zu verstehen. 6 Bänke und 1 Informationssäule stellen sich als Granitobjekte dar und bilden mit den Markierungssteinen eine materielle Einheit. Holzbarrieren und herausnehmbare Absperrpfosten grenzen den Platz zum Taucherparkplatz hin ab. Zum Konzept gehört auch die Eingrünung der Tauch-und Kioskanlage „Strandgut“. Hier wird eine Hainbuchenhecke im Südosten gepflanzt, sowie die vorhandene frei wachsende Hecke im Nordwesten ergänzt. Im Eingangsbereich wird der Fußweg verlagert und ein Aufweitung für Fahrradstellplätze geschaffen. Diese wird durch eine frei wachsende Hecke aus Potentilla fruticosa und einer Baumreihe vom Taucherparkplatz abgegrenzt. Auf dem angrenzenden Taucherparkplatz werden zur Begrünung im Randbereich Fraxinus excelsior gepflanzt.
Der Einstieg in die Laufrunde von Rheindorf aus wird als Quereinstieg in die Laufstrecke verstanden. Hier wird eine kleinere Platzsituation(ca.50 qm) mit wassergebundener Wegedecke mit vier Bänken und einer Informationssäule aus Granit hergestellt.